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Wissenschaftszentrum Bonn (Foto: Frank Homann)

Her mit den Portr[AI]ts!

23.04.2026 - 29.06.2026 - Foyer

Versäumte Bilder von Bonner Wissenschaftlerinnen

Zwölf porträtierte Wissenschaftlerinnen stehen im Mittelpunkt der Ausstellung "Her mit den Portr[AI]ts!". Ihre Bilder rücken Biografien von Frauen in den Fokus, die ihr Fach geprägt und als Pionierinnen Wege in vormals männlich dominierte Disziplinen gebahnt haben. Mithilfe von Künstlicher Intelligenz sind Bildnisse entstanden, die zu Lebzeiten der Porträtierten nicht existierten – die Technologie wird zum kreativen Werkzeug, um oft unsichtbar gebliebene Geschichten sichtbar zu machen.

Die Ausstellung wurde bereits im Universitätsmuseum, im Bundesministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt in Berlin und Bonn sowie im Hörsaalzentrum auf dem Campus Poppelsdorf gezeigt und stieß dort auf großes Interesse. Initiiert wurde sie von der Zentralen Gleichstellungsbeauftragten und dem Dezernat für Hochschulkommunikation der Universität Bonn und umgesetzt von der Berliner Wissenschaftsfotografin Gesine Born und ihrem Bilderinstitut. Die Ausstellungsreihe "Her mit den Portr[AI]ts!" erzählt die Geschichte von Frauen in der Wissenschaft aus neuer Perspektive. Die Gleichstellungsbeauftragte der Universität Bonn, Gabriele Alonso Rodriguez, sagt zur Intention der Schau: "Diese Ausstellung erinnert daran, wie viele Frauen in der Wissenschaft über Jahre hinweg nahezu unsichtbar blieben und bis heute noch bleiben, trotz ihrer herausragenden Beiträge für die Forschung. Das wollen wir nun ändern."

Her mit den Portr[AI]ts!
Frida Busch und Hermine Edenhuizen
Her mit den Portr[AI]ts!
Elvira Fölzer
Her mit den Portr[AI]ts!
Amalie Kretzer


Hartes Licht und starke Posen

Die von Gesine Born entwickelte Bildsprache holt Frauen in die erste Reihe. "Ich will sie gleichstellen und den Ahnengalerien der Männer hinzufügen. Dafür setze ich hartes Licht ein und bilde starke Posen ab, wie wir sie von Männern kennen, beispielsweise die verschränkten Arme", erläutert die Fotografin. Technisch kommt Midjourney zum Einsatz, eine KI-basierte Softwareplattform, die täuschend echte Bilder erzeugt. Wo rare historische Fotografien existieren, werden sie der Künstlichen Intelligenz zusammen mit textbasierten Informationen, Orten und Zeitangaben zur Verarbeitung eingespeist – bis das bislang versäumte Foto entsteht. So rückt Gesine Born zwölf herausragende Wissenschaftlerinnen der Universität Bonn aus verschiedenen Fakultäten ins digitale Rampenlicht, um die bedeutenden Leistungen der Dargestellten visuell greifbar zu machen.

Ein Motiv der Ausstellung wurde nicht mit KI erstellt, sondern "konventionell" fotografiert, denn die Ausstellung will zeigen, dass es bis heute in vielen Bereichen der Wissenschaft Pionierinnen gibt. Die evangelische Theologin Prof. Dr. Cornelia Richter ist in vierfacher Hinsicht eine Pionierin: Sie war die erste Dekanin ihrer Fakultät und die erste weibliche Senatsvorsitzende sowie die erste offizielle Universitätspredigerin. Im November 2025 wurde die 55-Jährige als erste Bischöfin der Evangelischen Kirche A.B. in Österreich ins Amt eingeführt.

Her mit den Portr[AI]ts!
Maria von Linden
Her mit den Portr[AI]ts!
Mathilde Vaerting
Her mit den Portr[AI]ts!
Lea Goldberg


Im Wandel der Zeit: KI und neue Perspektiven auf Sichtbarkeit

Im Rückblick wirkt die Ausstellung heute schon wie eine Momentaufnahme eines sich rasant entwickelnden Diskurs über Künstliche Intelligenz. Als die Idee dazu im Frühjahr 2024 entstand, standen vor allem Aufbruchsstimmung und die neuen kreativen Möglichkeiten von KI-generierten Bildern im Vordergrund. Seitdem hat sich die gesellschaftliche Debatte weiterentwickelt. Gerade beim Thema Geschlecht wird heute sehr genau hingeschaut: Fragen nach Darstellung, Zuschreibungen und möglichen Verzerrungen durch Algorithmen werden sensibel diskutiert.

Genau darin liegt aber auch die anhaltende Bedeutung der Ausstellung. Sie lädt das Publikum dazu ein, Chancen und offene Fragen rund um KI gemeinsam weiterzudenken. Die entstandenen Bilder sind dabei nicht als endgültige Darstellungen gedacht, sondern eher als Anstoß zur Diskussion. Gerade indem die Ausstellung auf Lücken in unserer Erinnerung aufmerksam macht und diese vorsichtig mit eigenen Bildideen füllt, trägt sie dazu bei, die Leistungen von Wissenschaftlerinnen zu würdigen und wieder ins öffentliche Bewusstsein zu rücken.

Ein konkreter Effekt zeigt sich bereits: An der Universität Bonn wird inzwischen verstärkt nach historischen Originalbildern gesucht. Gleichzeitig wächst der Wunsch, Wissenschaftlerinnen sichtbarer zu machen, etwa durch Bilder an Wänden oder in anderen visuellen Formaten.

 

Öffnungszeiten

Montags bis freitags 8:00 bis 17:00 Uhr
Der Eintritt ist kostenfrei.

Ansprechpartner für Ausstellungen

Ausstellungsplanung

Wissenschaftszentrum Bonn
Ahrstr. 45
53175 Bonn

T 0228 302-219
F 0228 302-270

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